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Naherholung im Nationalen Naturerbe, Unternehmensansiedelungen im Motorpool

09.02.2017

Naherholung im Nationalen Naturerbe, Unternehmensansiedelungen im Motorpool

Zwei Jahre nach dem Abzug der US-Streitkräfte zeichnen sich weitere Nach- und Zwischennutzungen für die Konversionsflächen ab

 

 

Landkreis Schweinfurt. Im zweiten Jahr nach dem Abzug der US-Streitkräfte aus der Region Schweinfurt standen für das Konversionsmanagement des Landkreises Schweinfurt die Vorbereitungen für eine gewerbliche Nutzung des früheren Motorpools, einem Teilbereich des ehemaligen Kasernenareals Conn Barracks, im Vordergrund. Doch auch der Ausbau ehemaliger Truppenunterkünfte in den Conn Barracks zu einer Aufnahmeeinrichtung des Freistaats Bayern sowie die Aufnahme des früheren Truppenübungsplatzes Brönnhof in das Nationale Naturerbe prägten die Arbeit des Konversionsmanagements in 2016. Dessen Aufgabe besteht darin, gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden ein bedarfs- und marktorientiertes Nachnutzungskonzept zu erarbeiten.

 

Eigentümer aller Konversionsflächen im Landkreis Schweinfurt ist weiterhin der Bund, der einen vollständigen Verkauf der Conn Barracks anstrebt. Verwaltet werden die Konversionsflächen von der bundeseigenen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn sowie der Landkreis Schweinfurt konnten in Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern erreichen, dass Flächen der Conn Barracks außerhalb der Aufnahmeeinrichtung für einen Verkauf freigeben werden, damit trotz der Nutzung zur Unterbringung von Flüchtlingen die Entwicklung fortgeführt werden kann.

 

Erfolgreich verliefen auch die Verhandlungen für den Motorpool, ein gut zwei Hektar großes Gebiet nördlich der B 303 auf der Gemarkung Niederwerrn. Wie Niederwerrns Bürgermeisterin Bettina Bärmann bereits vor einigen Tagen mitteilte, ist die Gemeinde seit 20. Januar stolze Besitzerin des Motorpools. Mit einem Unternehmen aus der Automobilbranche steht eine erste Ansiedelung auf dem dortigen Gelände bereits unmittelbar bevor.

 

Der Freistaat Bayern beabsichtigt die vorübergehende Nutzung der Landebahn der Conn Barracks für Fahrsicherheitstrainings. Auch von Seiten ansässiger Unternehmen besteht Interesse an der Landebahn als Teststrecke. Die Verhandlungen dazu mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind noch nicht abgeschlossen. Das Konversionsmanagement des Landkreises Schweinfurt unterstützt eine solche Zwischennutzung und steht dem Freistaat sowie interessierten Unternehmen beispielsweise für die Organisation der Nutzungszeiten zur Verfügung.

 

Trotz dieser konkreten Perspektive für den Motorpool sowie der geplanten Zwischennutzung der Landebahn steht für die Gemeinden Geldersheim und Niederwerrn sowie die Stadt und den Landkreis Schweinfurt auch weiterhin die Gesamtentwicklung der Conn Barracks im Vordergrund. Gemeinsames Ziel für die Region bleibt die Entwicklung eines stadtnahen Gewerbeparks mit guter Verkehrsanbindung auf dem Gelände der Conn Barracks. Erschwert wird dieses Ziel durch die Einschränkungen, die sich durch die Errichtung der Aufnahmeeinrichtung ergeben haben. Die bei Abzug der US-Streitkräfte vorgesehene Zeitplanung des Konversionsprozesses konnte deshalb nicht eingehalten werden. Offen ist auch noch, in welchen Umfang und für welchen Zeitraum die Conn Barracks für die Unterbringung von Flüchtlingen weiterhin vom Bund und dem Freistaat Bayern benötigt werden. Bis zum Jahr 2025 haben diese sich eine entsprechende Nutzungsmöglichkeit vertraglich zusichern lassen.

 

Die regional zuständige Bauverwaltung des Freistaates Bayern, das Staatliche Bauamt Schweinfurt, übernimmt im Auftrag der BImA die Ausschreibung und Durchführung einer orientierenden Altlastenuntersuchung in den Conn Barracks. Mit dieser sollen die mittlerweile bekannten Altlastenverdachtsfälle näher untersucht werden. Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung der Conn Barracks als Flugplatz bestehen höhere Altlastenrisiken als bei anderen Konversionsflächen in der Region. Die in der historischen Altlastenuntersuchung u.a. durch die Auswertung von Luftaufnahmen und Unterlagen der US-Streitkräfte erkannten Verdachtsflächen müssen nun untersucht und bewertet werden. Finanziert wird die Altlastenuntersuchung vom Eigentümer der Conn Barracks, der Bundesrepublik Deutschland.

 

Die Entwicklungsplanungen für einen Gewerbepark auf dem Gebiet der Conn Barracks müssen unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes, der Lärmemissionen sowie der weiteren Ergebnisse der Altlastenuntersuchung erfolgen. Daneben ist auch eine Lösung für die Anbindung des Gewerbeparks an die B 303 während der Nutzung von Teilen der Conn Barracks als Aufnahmeeinrichtung des Freistaats Bayern zu finden. Der Zweckverband Conn Barracks, dem neben den beiden Gemeinden und dem Landkreis auch die Stadt Schweinfurt angehört, bereitet zu diesen Fragestellungen eine Machbarkeitsstudie vor.

Der ehemalige Truppenübungsplatz Brönnhof (1286 Hektar) wurde mit Beschluss des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages vom 13. Januar 2016 in das Nationale Naturerbe aufgenommen. Die Flächen bleiben im Eigentum des Bundes und werden nach den Grundsätzen des Nationalen Naturerbes durch den Bundesforstbetrieb bewirtschaftet.

Ziele des Nationalen Naturerbes sind unter anderem der Erhalt und die Entwicklung von Naturwäldern sowie die Pflege und die Nutzung wertvoller, geschützter oder gefährdeter Offenlandökosysteme.

 

Für den früheren Truppenübungsplatz Sulzheim (59 Hektar) wurde daneben die Ausweisung als Naturschutzgebiet beantragt. Das Entwicklungskonzept des Bundes für das Nationale Naturerbe Brönnhof wird erst in einigen Jahren umgesetzt werden können. Das Konversionsmanagement steht mit dem Bundesforst in Gesprächen, um bereits vorab erste Schritte zur Erschließung des Gebietes für die Bürger umsetzen zu können.

 

 

Info:

Mit ihrem Abzug Ende 2014 verließen die US-amerikanischen Stationierungsstreitkräfte die Region Schweinfurt nach fast 70 Jahren Präsenz. Insgesamt rund 4.800 Soldaten mit 6.400 Angehörigen verließen die Region, etwa 630 Arbeitsplätze von Zivilbeschäftigten gingen verloren und rund 3.000 Hektar vormals militärisch genutzte Flächen wurden in der Region Schweinfurt frei.

 

Das Konversionsmanagement des Landkreises Schweinfurt wird vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat in den Jahren 2015 bis 2017 gefördert. Mit der Förderung will der Freistaat Bayern Kommunen bei der Begleitung des Konversionsprozesses als Folge der Aufgabe von US-Stützpunkten unterstützen.

 

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